Montag, 3. Mai 2010

Aus der Praxis: Plattformunabhängige ISP-Lösung für atn

Einfach alles drin oder: Funk ist längst nicht alles...

1996 übernahm Andreas Partie in der dritten Generation die Leitung der atn. Das Unternehmen hat sich auf satellitengestützte und individualisierte Fernsehversorgung spezialisiert sowie auf die Verbindung zum Internet über koaxiale Leitungsnetze und mit einer multimedia- und internetfähigen Dose statt der üblichen Antennensteckdose.

Von der reinen Antennentechnik bewegte sich das Unternehmen mit den Anforderungen seiner Kunden und der zunehmenden Digitalisierung immer mehr in Richtung Informationstechnologie und Internet.

„Bis zum „Internet für Wohnanlagen“, mussten wir auf den Gebieten Internet, Netzwerktechnik, ISP-Strukturen und IT-Sicherheit ziemlich viel dazu lernen. Unser Team konnte einiges an Basis Know how einbringen, aber unsere Kernkompetenzen lagen nun Mal woanders. Uns wurde ziemlich schnell, klar, dass wir einen professionellen Partner mit ins Boot holen mussten und wollten.“ (Andreas Partie, Geschäftsführer der atn)

Standardlösungen konnten weder den technischen Anforderungen gerecht werden, noch viel weniger boten sie ein realistisches Verhältnis von Kosten und Nutzen. „OpenSource“ stand als Diskussionsgegenstand im Raum.

Die Idee zu einer plattformunabhängigen ISP-Lösung kam von Ciphron: Sie sollte zentral zu steuern sein, Remote-Zugriff erlauben und eine Breitbandlösung für hochqualitatives Internet sein. Das GUI sollte besonders anwenderfreundlich und über den jeweiligen Browser anzusteuern sein, und nicht zuletzt sollte es für so genannte „Standortlösungen“ ein zentrales Monitoring und Sicherheitskonzept geben.

„Wir sind der Lage, Internetdienstleistungen komplett plattformunabhängig anzubieten. Kupferkabel und Funklösungen werden ihre Daseinberechtigung behalten,“ so Andreas Partie. „Was wir aber als strategische Lösung anstreben, ist in jedem Fall die Vorbereitung für eine Übertragung mit Hochgeschwindigkeits-Medien, wie der Glasfaser."

Dazu gehören VoIP, Kabel-TV-Netzbetrieb inklusive von Mehrwertdiensten für TV, Internet und Telefonie. Basis dafür ist eine eigens von atn und Ciphron gemeinsam entwickelte Softwareplattform, die mit einer verschlüsselten Datenübertragung, 24x7-Monitoring zu einem marktwirtschaftlich günstigen Preis ermöglicht.

Bei der Box „atn Standort“ sitzt die Software auf einer Appliance von Ciphron, der CiphWall Nano, und kann zirka 200 angeschlossene Teilnehmer verwalten. Die Box kann über einen ADSL-Anschluss betrieben werden, der Zugriff ist über DynDNS möglich. Darunter versteht man ein System, das Domain-Name-Einträge in Echtzeit aktualisieren kann. Das kann zum einen DNS-Host-Dienst sein, der die IP-Adressen seiner Clients in einer Datenbank vorhält oder einen spezifischen Aktualisierungsmechanismus für DNS-Einträge. Die Kundensysteme können dann über verschiedene Medien, wie Funk und/oder Glas angeschlossen werden. Jeder Teilnehmer authentifiziert sich mittels Open VPN. Nach dem Öffnen des Browserfenster erscheint eine Maske, die intuitiv zu bedienen ist. Entweder entscheidet sich der Kunde sofort dafür, einen passwort-geschützten Zugang anzulegen oder er beantragt zunächst einen Demozugang, um sich mit den Möglichkeiten vertraut zu machen.

Will man mehrere Rechner anschließen, macht man das entweder über einen Switch, mehrere OpenVPN-Zertifikate oder mit einem vorkonfigurierten Kundenanschlussgerät. Das Monitoring der Systeme wird über ein zentrales Management-System gesteuert. Dabei werden zunächst die aktuellen Alarme sichtbar, eventuell ausstehende Übertragungen zu den eingerichteten Standorten, aber auch Leistungs- und Verfügbarkeitsdaten sowie sicherheitsrelevante Aspekte.

Am zentralen „Leitstand“ können Kundendaten abgerufen werden sowie der Status der Demozugänge, es können sämtliche Parameter existierender Standorte eingesehen und konfiguriert sowie neue Standorte angelegt und andere gelöscht werden. Zusätzlich wurde eine Funktion zur Hostüberwachung integriert. Hier können nicht nur Hosts angelegt werden, sondern vor allem alle im Netz verfügbaren Komponenten abgebildet und kontrolliert werden. Aktuelle Netzpläne können jederzeit über Nagios erstellt und angepasst werden. Das gilt selbst für komplexe Überwachungsszenarien.


„Wir haben noch viel vor. Wir sehen uns zum einen als Partner unserer Kunden aus der regionalen Wohnungswirtschaft sowie den Erstellern von Kabelnetzen. Diese Kooperationen bauen wir zügig aus. Das zweite Standbein, zusammen mit Partnern wie der CIPHRON, sind komplexe Systemlösungen für den Bereich Internet und Mediennutzung. Die ISP-Plattform, wie wir sie jetzt betreiben, hält eine ganze Reihe von Anschlussoptionen bereit, die für die zukünftigen Entwürfe von Kommunen besonders interessant sind. Uns geht es nicht um kurzfristige Investitionen, sondern um nachhaltige Konzepte,“ so Partie abschließend.

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